AVT Köln

Besken, Evelyn

Mein Name ist Evelyn Besken. Ich lebe und arbeite seit 1994 mit vier Kollegen in einer psychotherapeutischen Praxengemeinschaft in Krefeld. Ich bin verheiratet und habe eine derzeit 15-jährige Tochter. Zur Psychologie bin ich erst auf Umwegen gekommen. Meine Studienzeit begann mit einem Lehramtsstudium in Marburg. In diesem Zusammenhang wählte ich Psychologie zunächst als Nebenfach, da ich einerseits durch eigene Erfahrungen mit dem schulpsychologischen Dienst als auch durch Praktika Interesse daran gefunden hatte. Dieses Interesse weitete sich so weit aus, dass ich 1987 das Studium mit Diplom abschloss. Meine erste Tätigkeit war in der Kinderklinik der Stadt Wuppertal (meiner Heimatstadt). In Zusammenarbeit mit der Universität Wuppertal arbeitete ich an verschiedenen wissenschaftlichen Forschungsprojekten im Bereich kindlicher Kopfschmerzen mit. Diese Erfahrungen erbrachten mir auch die ersten Möglichkeiten, nach meiner VT-Weiterbildung bei der APV Münster, als Dozentin an verschiedenen Ausbildungsinstituten zu arbeiten. 1993 nahm ich eine Stelle an der neu gegründeten Christoph-Dornier Klinik in Münster als klinische Psychologin an und lernte dort, nach klassischen VT-Methoden zu behandeln. Nach meinem Umzug ins Rheinland ließ ich mich Ende 1995 in eigener Praxis nieder. Da es zu diesem Zeitpunkt noch keine Approbation (PPT) gab, arbeitete ich zunächst im Delegationsverfahren. 1999 erhielt ich die Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz.

Evelyn Besken

Da während meiner Studienzeit die Verhaltenstherapie noch nicht den gleichen Stellenwert als Behandlungsmethode besaß wie heute, sammelte ich zunächst mit verschiedenen Therapiemethoden Erfahrung (Psychodrama, Gestalttherapie, etc.). Dies hat mich bis heute geprägt und ich sehe hierdurch ein immer weiteres Zusammenwachsen der „Therapieschulen“ und Integrieren von Elementen aus anderen Verfahren in die Verhaltenstherapie. Besonders deutlich wird mir dies in der sog. „3. Welle der VT“.

Ebenso haben mich die Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen in Schule und Kinderklinik nachhaltig beeinflusst. Ich arbeite auch heute noch gerne therapeutisch mit Jugendlichen, da hier Beziehungsarbeit und kreative Lösungen besonders gefragt sind.

Der Kongress „Evolution of Psychotherapy“ (1994) hat mich tiefgreifend geprägt, da ich dort viele der Gründer wichtiger Therapieverfahren persönlich erleben durfte (Ellis, Beck, Lazarus, Frankl, Minuchin, Zeig etc.). Prof. Grawe hat dort in seinem Eröffnungsreferat als erster eine „allgemeine Psychotherapie“ und damit Abkehr vom „Schulendenken“ vorgeschlagen. L. Greenberg und M. Linehan haben mich in Workshops an anderer Stelle für die sog. „3. Welle der VT“ nachhaltig sensibilisiert.

Mein zweites berufliches Standbein (seit Mitte der 90er Jahre), ist die Dozenten- und Supervisorentätigkeit für verschiedene Weiterbildungsinstitute. Hierdurch bleibe ich inhaltlich „am Ball“ und werde durch die jungen KollegInnen immer wieder geformt und gefordert. Aus meiner Lehrpraxis haben sich z.T. längerfristige berufliche Kooperationen und auch Freundschaften entwickelt. Mittlerweile führe ich mit einer meiner ersten Ausbildungsteilnehmerin die Lehrpraxis gemeinsam.

Inhaltlicher Schwerpunkt meiner Supervision ist neben einer klaren VT-Ausrichtung (jeder soll sein Handwerk erst einmal lernen), die Unterstützung bei der Entwicklung einer „Therapeutenpersönlichkeit.“ Da ich finde, dass Psychotherapeut ein wichtiger, schöner, aber auch ein z.T. anstrengender Beruf ist, möchte ich dazu beitragen, dass jeder Ausbildungsteilnehmer/Ausbildungsteilnehmerin Freude und Selbststeuerungsfähigkeit bei seiner Tätigkeit erhält. Hierzu gehört für mich einerseits Professionalität, aber auch ein eigener „Stil“. Da mangelnde Selbstfürsorge ein wichtiger Bestandteil bei der „burn out“ Entwicklung zu sein scheint (s.a. Beitrag von Rainer Lutz), nehme auch ich mir vor, bei der Weiterbildung junger BerufskollegInnen die Förderung ihrer Stärken und Ressourcen in den Vordergrund zu stellen. Insofern ist die Arbeit mit ihnen auch nicht ganz uneigennützig, da sie mich immer wieder herausfordern, neue Wege zu gehen, lösungsorientiert zu denken, das Positive herauszuarbeiten und somit vor der eigenen „Bequemlichkeit“ retten.

Persönlich würde ich mich als zuverlässig, verbindlich und offen beschreiben, aber auch als z. T. „emotional“. Aus Rückmeldungen meiner WeiterbildungsteilnehmerInnen erfahre ich, dass sie die Arbeitsatmosphäre, die konkreten Hilfestellungen und theoretischen Einordnungen, sowie die Stringenz in meiner Supervision schätzen.

 

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